Kein Tabu: Fachärzte Rhein-Main sprechen über Hämorrhoiden und Krampfadern

22.02.2019

Wie gut, dass sich die Zeiten ändern: Früher hatten sie viele, doch keiner redete darüber. Heute haben sie immer noch viele, doch mittlerweile sprechen auch immer mehr darüber, wodurch immer mehr Patienten gut geholfen werden kann. Die Rede ist von Krampfadern und Hämorrhoiden. Dr. med. Detlev Debertshäuser, Facharzt für Chirurgie, Gefäß- und Viszeralchirurgie, Proktologie, informierte rund 40 Besucher in der Emma Klinik in Seligenstadt ausführlich über Symptome sowie moderne Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten dieser beiden Volkskrankheiten. Dabei gelang es dem Experten aus dem Netzwerk der Fachärzte Rhein-Main nicht nur aufzuklären, sondern gleichzeitig auch noch Ängste und Hemmungen abzubauen.

Schonende Behandlungsmethoden bringen viele Vorteile

„Zur Behandlung von Krampfadern und Hämorrhoiden stehen heute sehr viele unter-schiedliche Methoden zur Verfügung, die ganz individuell auf die jeweiligen Bedürfnisse des Patienten angepasst werden können“, erklärt Dr. Debertshäuser. Wann immer möglich, setzen die Fachärzte Rhein-Main auf innovative, schonende Verfahren. Im Fall der Krampfaderbehandlung ist dies zum Beispiel die Laser- bzw. Radiowellentherapie. Hierbei wird über einen winzigen Schnitt im Knöchel- oder Unterschenkelbereich eine dünne Sonde in die Stammvene eingeführt und nach oben bis in die Kniekehle oder Leiste vorgeschoben. Ist die Sonde richtig platziert, wird die Spitze mittels Laserlicht oder Radiowellen erhitzt. Dies führt beim Zurückziehen der Sonde dazu, dass die Veneninnenwand verklebt, die Krampfader sich verschließt und vom Körper abgebaut wird. „Die Vorteile sind vielfältig“, informiert Dr. Debertshäuser. „Kleine Schnitte, die schnell verheilen, kaum Schmerzen, ein sehr geringes Infektionsrisiko und eine stark verkürzte Kompressionsstrumpf-Nachbehandlung. Außerdem kann der Eingriff gut ambulant durchgeführt werden, sodass sich der Patient danach zu Hause in seiner gewohnten Umgebung erholen kann.“

Bei der Behandlung von Hämorrhoiden stehen je nach Stadium und Größe verschiedene Methoden zur Verfügung: Hämorrhoiden der Grade I und II können neben der diätetischen Behandlung verödet oder abgebunden werden. Im fortgeschrittenen Stadium hilft meist nur noch die OP: Neben Standardmethoden kommen moderne, schonende Verfahren zum Einsatz. Eine dieser innovativen Methoden ist die Behandlung mit Hilfe des „Staplers“ (Klammernahtgeräts). „Dabei wird überschüssiges Hämorrhoidalgewebe entfernt, nach außen geglittenes wieder nach innen gezogen und an seinem ursprünglichen Platz fixiert“, so Dr. Debertshäuser. „Da diese OP im Enddarm und nicht im schmerzempfindlichen Analkanaldurchgeführt wird, ist der Eingriff für den Patienten nahezu schmerzfrei. Es gibt keine offenen Wunden, sodass die Heilung in der Regel schnell voranschreitet und Patienten bald wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können.“

Welche Methode jedoch letztendlich angewendet wird, entscheiden bei den Fachärzten Rhein-Main Arzt und Patient nach einer umfangreichen Untersuchung und einem aus-führlichen Gespräch gemeinsam.

Nächster Vortrag der Fachärzte Rhein-Main

Das Netzwerk der Fachärzte Rhein-Main informiert regelmäßig über verschiedene Erkrankungen, Ursachen, Symptome und schonende Behandlungsmethoden. Der nächste Vortrag in Seligenstadt findet am 21. März 2019, ebenfalls um 19 Uhr in der Emma Klinik, zum Thema „Darmkrebs-Vorsorge kann Leben retten“ statt.

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