Internationaler "Hip meets Spine" Kongress in Heidelberg

Dr. med. Manfred Krieger referiert auf internationalem Kongress über "Hüfte an einem Tag"

25.03.2019

Die Expertise und das Know-how der Fachärzte Rhein-Main, dem Netzwerk der Emma Klinik, sind weit über die Grenzen des Rhein-Main-Gebiets hinaus bekannt. Erst gestern referierte der Endoprothetik-Spezialist Dr. med. Manfred Krieger auf der internationalen Konferenz „Hip meets Spine“ in Heidelberg vor einem großen Fachpublikum über die Möglichkeit, künstliche Hüften ambulant einzusetzen. Was für viele seiner Zuhörer noch ferne Zukunftsmusik ist, ist für Krieger bereits seit über einem Jahr praktizierte Realität. Möglich ist die „Hüfte an einem Tag“ - auch „Hip in a Day“ genannt - dank einer innovativen OP-Methode, dem AMIS-Verfahren, und eines neuartigen Rehabilitationsprogramms, dem sogenannten „Rapid Recovery Programm“.

„AMIS steht für 'Anterior Minimal Invasive Surgery'“, erklärt Dr. Krieger, der das Verfahren in enger Zusammenarbeit mit seinem Kollegen Ralf Dörrhöfer, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, anwendet. Entscheidend sei bei AMIS vor allem das Wort „anterior“, also „von vorne“. Während bei den traditionellen Verfahren die Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur umfassend durchtrennt und abgelöst werde, erfolge bei der AMIS-Methode der Zugang zum Gelenk von vorne durch natürliche Öffnungen zwischen den Muskeln, den sogenannten Muskellogen. Das habe viele Vorteile: „Da wir die Muskeln nicht durchtrennen, sondern lediglich zur Seite schieben, müssen sie nach dem Eingriff auch nicht wieder zusammenwachsen, wodurch die Wundheilung deutlich schneller vonstattengeht und der Patient in der Regel auch weniger Schmerzen hat. Außerdem werden so weder umliegende Weichteile noch Sehnen oder Nerven verletzt. Zudem ist der Blutverlust geringer als bei herkömmlichen Methoden“, so Dr. Krieger. Das Trauma bleibe deshalb gering und auch die verbleibende Narbe sei relativ klein. Darüber hinaus bleibe die Muskelkraft im Bein durch das AMIS-Verfahren weitgehend erhalten, was eine schnelle Mobilisation und damit frühe Rehabilitation des Patienten ermögliche.

Apropos Rehabilitation: Zum neuartigen Rehabilitationsprogramm erklärt der Spezialist: „'Rapid Recovery' bedeutet 'schnelle Genesung'“. Das ausgeklügelte Programm basiere auf einer Kultur des offenen Austauschs und einer reibungslosen interdisziplinären Zusammenarbeit. Zu den Bestandteilen des Programms gehörte eine frühe Mobilisation, eine besondere Schmerztherapie sowie eine sehr enge Einbeziehung des Patienten. „Um letzteres bestmöglich vorzubereiten, laden wir die Patienten bereits vor dem geplanten Eingriff zu einer Veranstaltung ein, in der wir sie ausführlich über die Planung, den Ablauf der Operation und vor allem den anschließenden Heilungsprozess informieren. Dadurch können sie später ihre Schmerzen und Fortschritte realistisch einschätzen. Jeder Patient ist eingeladen, eine vertraute Person aus dem eigenen Umfeld zu der Veranstaltung mitzubringen und zu seinem persönlichen Coach zu ernennen“, berichtet Krieger. Dieser stehe dem Betroffenen während und nach dem Eingriff begleitend zur Seite und motiviere ihn. „Außerdem fördern wir den Austausch zwischen den Patienten, bei denen die gleiche Operation durchgeführt wurde“, so der Endoprothetiker.

Großer Erfahrungsschatz

Insgesamt hat Dr. Krieger bereits über 1000 Patienten mit der AMIS-Methode operiert, mehr als 80 davon haben die Klinik innerhalb von 24 Stunden wieder verlassen. Denn während sich das AMIS-Verfahren für jeden Patienten eignet, müssen für den ambulanten Einsatz einer künstlichen Hüfte bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein: „Beispielsweise darf der Patient keine schwerwiegenden Begleiterkrankungen haben. Und was ganz wichtig ist: Er braucht ein gutes soziales Umfeld. Denn bei ambulanten Operationen dürfen Patienten die erste Zeit nach dem Eingriff nicht alleine zu Hause sein“, so Krieger.

Operateur, Referent, Buchautor
Dr. med. Manfred Krieger hält aber nicht nur Vorträge und operiert. Gemeinsam mit seinem Kollegen Ralf Dörrhöfer hat er auch ein Buch geschrieben. Der Ratgeber „Mein neues Gelenk“ steht Interessierten zum kostenlosen Download bereit.

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